Gemeindeentwicklung im Fokus
- Die Entwicklung der Gemeinden in der Schweiz
- Herausforderungen bei der Gemeindeentwicklung in der Schweiz
- Wie unterstützt die Ortsplanung die Gemeindeentwicklung?
- Welche Aufgaben der Gemeinde gibt es?
- Heutige Trends in der Schweizer Gemeindeentwicklung
- Tipps zum Thema Gemeindentwicklung und Bevölkerungsworkshop im Web

Die Entwicklung der Gemeinden in der Schweiz
Diese Verbände waren die Vorläufer der heutigen Gemeinde. Sie wurden über die Zeit politisch und rechtlich selbstverantwortlich und geniessen bis heute grosse politische Beachtung in der Schweiz.Heute sind Gemeinden die drittkleinste Verwaltungseinheit in der Schweiz. Der Bund ist die grösste Einheit, gefolgt von den Kantonen. Die politischen Gemeinden übernehmen die Verantwortung für kommunale Aufgaben. Sie sind dafür da, alle Kompetenzen, die weder dem Bund noch dem Kanton obliegen, zu übernehmen.
Somit handelt es sich bei Gemeinden um bürgernahe Einheiten, die als öffentlich-rechtliche Körperschaft eine hoheitliche Gewalt über ihr Gebiet haben. Sie bieten die Möglichkeit, die unmittelbare Lebenswelt der Bürger*innen zu gestalten und die Zentrumsentwicklung zu unterstützen.Dabei ist es wichtig, zwischen politischen und Spezialgemeinden zu unterscheiden. Letztere sind entweder personen-, funktions- oder ortsteilbezogen. So gibt es zum Beispiel Kirchengemeinden, Schulgemeinden, Ortsbürgergemeinden und Zivilgemeinden. Dies sind keine politischen Gemeinden, sondern andere Gruppen mit einem eigenen Zweck.
Herausforderungen bei der Gemeindeentwicklung in der Schweiz
Dabei stehen Gemeinden vor ökonomischen, sozialen und planerischen Herausforderungen. Sie reagieren sowohl auf globale Megatrends als auch auf gesetzliche Rahmenbedingungen und deren Änderungen sowie auf lokale Ereignisse. Die Raumplanung sieht zudem vor, die Siedlungsentwicklung nach innen voranzutreiben.Daher ist es ein wichtiger Teil der strategischen Planung für Gemeinden, wesentliche Entwicklungsfragen zu klären und individuelle Ziele zu verfolgen. Wie soll der Arbeitsstandort weiterentwickelt werden? Wie soll die Siedlungsentwicklung in 5, 10, 20 und 50 Jahren aussehen? Welchen Stellenwert haben Kulturangebote in der Gemeinde? Neben personeller Knappheit und zahlreichen komplexen Aufgaben gibt es noch weitere Spannungen in der Gemeindeentwicklung. Denn meist möchten ältere Gemeindemitglieder, dass alles beim Alten bleibt, während sich die Jüngeren tendenziell viele Änderungen wünschen. So kommt es häufig zu Streit, etwa über den Lärm bei nötigen Bauarbeiten, was den Fortschritt hindern kann.
Wie unterstützt die Ortsplanung die Gemeindeentwicklung?
Die Entwicklung einer Liegenschaftenstrategie sowie die Zentrumsentwicklung sind wesentliche Aufgaben der Gemeinde. Expert*innen aus Bereichen wie Ortsplanung und Bevölkerungsentwicklung helfen dabei, räumliche Entwicklungsstrategien, Visionen und Leitbilder zu entwerfen.
Immer mehr Gemeinden geben Aufgaben wie Analyse zur Gemeindeentwicklung, die Ausarbeitung von geeigneten Massnahmen und die Moderation der Umsetzung an Externe ab. So ist es leichter, unterschiedliche Akteur*innen von Anfang an einzubeziehen und deren Anliegen neutral zu diskutieren. Zudem bringen Expert*innen eine integrale, themenübergreifende Sichtweise mit, die dabei hilft, einen langfristigen Plan zu entwerfen.
Welche Aufgaben der Gemeinde gibt es?
- Ortsplanung
- Schulbetrieb
- Fürsorgewesen
- Feuerwehr
- Kehrichtabfuhr
- Bau und Unterhalt lokaler Strassen
- Einzug von Gemeindesteuern
Heutige Trends in der Schweizer Gemeindeentwicklung
Der wohl wichtigste Trend in der Schweizer Gemeindeentwicklung ist die Fusionierung kleinerer Gemeinden. So gibt es jedes Jahr durchschnittlich 30 Gemeinden weniger. Das liegt daran, dass Siedlungsgebiete zusammenwachsen und dass die Behörden von Kleingemeinden oft angesichts der komplexen Aufgaben überfordert sind. Auch Nachwuchsmangel und fehlendes politisches Gewicht sind Gründe für diesen Trend.
Welche weiteren Trends sind in der Schweizer Gemeindeentwicklung absehbar?
- Elemente aus dem New Public Management wie etwa Reformen des Rechnungswesens
- Zunehmende Beteiligung des privaten Sektors an öffentlichen Leistungen
- Anpassungen der Rahmenregelungen zur Sicherung der finanziellen und politischen Autonomie von Gemeinden
- Mehr Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden
- Umsetzung des E-Governments zur digitalen Bürgerpartizipation und für Services
- Ausbau der direktdemokratischen Mechanismen
Tipps zum Thema Gemeindentwicklung und Bevölkerungsworkshop im Web
Staub-Coaching.ch: Gemeindeentwicklung: Moderation Bevölkerungsworkshops Buch-Tipps.ch: Leben und Entwicklung im Dorf
Redaktionelle Leitung schweiz-kantone.ch
Andreas Räber ist Enneagramm-Coach/Trainer, GPI®-Coach, sowie Autor von zahlreichen Blogs, Fachartikeln und Kurzgeschichten aus den Bereichen Beruf, Gesundheit, Natur und Leben.

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