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Pfingsten

Christliche Feiertage: Hintergünde & Bedeutung

Hintergründe der christlichen Feiertage in der Schweiz

Die wichtigsten Feiertage in der Schweiz: Hintergründe und Brauchtum. In der Schweiz gibt es mehrere wichtige Feiertage kirchlicher Herkunft, die unterschiedlich begangen werden. Alte Bräuche sind teilweise jedoch verloren gegangen und wurden wie beim Pfingstfest nie wieder neu aufgenommen. Für viele Schweizer ist somit nur ein arbeitsfreier Tag ohne umfassende Bedeutung zurückgeblieben. Wir geben eine Übersicht über die wichtigsten christlichen Feiertage in der Schweiz.

Weihnachten: Das wichtigste Fest und seine Bedeutung

Die Adventszeit beginnt vier Wochen vor Heiligabend und soll die Besinnung auf die Geburt Christi symbolisieren. Adventskalender mit an jedem Tag zu öffnenden Türchen verkürzen den Kindern die Wartezeit auf das Christkind. An jedem Adventssonntag wird eine zusätzliche Kerze angezündet, nach dem vierten Advent folgt das Weihnachtsfest. Dabei darf der Heilige Nikolaus nicht vergessen werden, der am 6. Dezember für alle Schweizer Kinder kleine Geschenke bringt. Bekannt ist dieser Tag als St. Nikolas oder – in der Deutschschweiz – als Samichlaus. In katholischen Gegenden erfolgt die kleine Bescherung durch eine Bischofsfigur, die von einem Knecht begleitet wird, der als Butzli bekannt ist.

An Weihnachten selbst stehen das gemeinsame Essen und Singen im Vordergrund, in den meisten Familien wird auch schon der 24. Dezember gefeiert. Nur wenige konzentrieren sich einzig auf den ersten Weihnachtsfeiertag. Gemeinsam besuchen die Familien die Mitternachtsmesse oder den Mitternachtsgottesdienst. Auch der erste Weihnachtstag steht ganz im Zeichen der Familie, die sich zum festlichen Essen trifft.

An Weihnachten feiern die Menschen die Geburt Jesu im Stall von Bethlehem, wobei es bis zum Jahr 336 dauerte, bis der 25. Dezember als Feiertag festgelegt wurde.

Dass am Weihnachtsfest Geschenke verteilt werden, ist ebenfalls eine neuere Tradition, denn der Reformator Martin Luther führte sie ein. Bis dahin wurden die Geschenke einzig am Nikolaustag verteilt. Auch die Tradition des geschmückten Weihnachtsbaumes ist noch nicht so alt, sie wurde erst zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert in der Schweiz eingeführt.

Weihnachten: Hintergrund und Bedeutung
Symbol für Weihnachten: Die Krippe in der das Christkind geboren wurde.

Karfreitag: Bedeutung und Brauchtum des Freitags

Karfreitag ist der Tag, an dem die Schweizer dem Leiden und dem Tod Jesu gedenken.

Nach der biblischen Überlieferung wurde Jesu an diesem Tag wegen Aufruhr und seiner Behauptung, Gottes Sohn zu sein, auf dem Hügel Golgatha ans Kreuz genagelt.

Der Tag selbst ist seit dem frühen Christentum ein heiliger Tag, der der stillen Busse und dem Fasten gilt. Dies erklärt auch die Bezeichnung des Feiertages, denn das althochdeutsche Wort «kara» bedeutet so viel wie «Trauer» oder «Wehklage». Der Tag geht dem Karsamstag voraus und ist einer der höchsten kirchlichen Feiertage.

Karfreitag ist ein stiller Feiertag, dennoch sind an ihn auch heute noch einige Traditionen gebunden. In der Heiligen Messe werden keine freudigen Lieder gesungen, Altare in der Kirche werden nicht geschmückt. Auch die Glocken läuten nicht, das Geläut wird bis zur Osternacht ausgesetzt. Stattdessen wird mit Ratschen und Klappern auf die Gottesdienste und auf die Trauer um den Tod Jesu aufmerksam gemacht.

Der Freitag vor dem Osterfest steht im Zeichen des Fastens, in der Regel wird wenigstens auf Fleisch und Alkohol verzichtet. Vielerorts steht traditionell Fisch auf der Menükarte. Weniger christlich geht es im Wallis und im Tessin zu, denn dort ist dieser Tag kein Feiertag. Somit nutzen viele Bewohner anderer Kantone den Freitag, um in Ruhe einkaufen zu gehen und im Mendrisio im Tessin die traditionelle Prozession mit rund 700 Laiendarstellern zu sehen.

Karfreitag: Hintergrund und Bedeutung
Karfreitag, der erste Schritt vom Sterben zum Leben.

Ostern: Bedeutung des zweiten sehr wichtigen Festes

Christen glauben daran, dass der am Freitag vor Ostersonntag gekreuzigte Jesus am Ostersonntag den Tod hinter sich lassen konnte.

Er sollte seinen von Gott erteilten Erlösungsauftrag auf der Erde erfüllen. Das Konzil von Nicäa legte den Termin für das Osterfest auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, daher ist es kein festes Datum, zu dem das Osterfest stattfindet. Diese Festlegung war im Jahr 325.
An Ostern ist die 40-tägige Fastenzeit vorbei, die Feiern beginnen mit dem Osterfeuer und dem Anzünden von Kerzen. Diese Lichtsymbole sollen das Leben segnen und stehen für die Auferstehung. Auch das Lamm, als wahrscheinlich ältestes Symbol des Osterfestes, sollte für den auferstandenen Jesus stehen.

Laut der Überlieferung im Lukasevangelium trafen am dritten Tag nach der Kreuzigung Jesu zwei Jünger einen Unbekannten, den sie erst dann als Christus erkannten, als er mit ihnen das Brot teilte. Daraus entwickelte sich der Ostermontag, der auch heute noch als wichtiger Feiertag gilt.

Neben dem obligatorischen Gang in die Kirche gab es einige Traditionen, die heute aber nicht mehr gepflegt werden. Eine davon ist die Errichtung von Heiliggräbern, was in Kirchen vorgenommen wurde. Dazu errichteten die Gläubigen ein bis zu fünf Meter grosses Grab, in das im Rahmen der Karfreitagsfeierlichkeiten eine Figur gelegt wurde. Diese Figur erstand dann bei der abendlichen Ostermesse wieder auf.

Heute wird vor allem die Tradition des Ostereierfärbens, des Osterhasens und der kleinen Geschenke gepflegt. Ostern wird im kleinen Familienkreis gefeiert. Neuerdings werden Brunnen geschmückt, was sich als wahre Touristenattraktion herausgestellt hat oder es wird das Eiertütschen gespielt. Dabei sind die eingesetzten Eier die Siegprämien, sie werden gegeneinander geschlagen. Das Ei, das dabei zerbricht, muss abgegeben werden.

Bekannt ist auch das Zwänzgerle, bei dem ein Zwanzigrappen so geworfen wird, dass er in einem hart gekochten Ei stecken bleibt. Das Ei gehört einem Kind und prallt das Geldstück ab, darf das Kind dieses behalten. Bleibt das Geld stecken, darf der Werfer das Ei haben.

Ostern: Hintergrund und Bedeutung
Ostern: Das Leben geht (anders) weiter.

Auffahrt: Bedeutung des Festes in der Schweiz

Auffahrt hängt entsprechend dem christlichen Glauben eng mit dem Karfreitags- und dem Osterfest zusammen. An besagtem Freitag wurde Jesus gekreuzigt, am Ostersonntag erstand er wieder auf. In den folgenden 40 Tagen zeigte er sich immer wieder gegenüber seinen Jüngern und sprach von Gottes Reich.

Am letzten dieser 40 Tage wurde Jesus in den Himmel gehoben, wie es in der Bibel überliefert ist.

In der Schweiz wird dieses Fest als Auffahrt bezeichnet, in vielen anderen Ländern als Christi Himmelfahrt. Das Auffahrtsfest ist in allen Kantonen gleichermassen ein Feiertag.

Verschiedene Bräuche prägen den Feiertag, wobei sich diese Bräuche je nach Kanton und Region unterscheiden. Im Liestal, Kanton Baselland, ist schon der Montag vorher wichtig, denn er gilt als Banntag. Es werden Salutschüsse abgefeuert und ein grosser Umzug veranstaltet. Im Rahmen des Umzugs werden die Grenzen der jeweiligen Gemeinde abgelaufen. Ähnliche Traditionen gibt es in Luzern, Sempach oder Beromünster, hier findet der Auffahrtsumritt statt. Oft sind hier viele Tausend Teilnehmer zu begrüssen. Allerdings geht die Zahl der Umritte stetig zurück und es ist nicht auszuschliessen, dass diese Tradition früher oder später ganz aussterben wird.

Auffahrt: Hintergründe und Bedeutung
Auffahrt: Abschied auf bestimmte Zeit

Pfingsten: Hintergrund und Bedeutung des Festes

Das Pfingstfest stellt den Abschluss der Osterzeit dar. Es findet genau 50 Tage nach Ostersonntag statt und erstreckt sich auf zwei Tage.

Die Kirche feiert an diesem Tag das Erscheinen des Heiligen Geistes, der sich angeblich mit einem Himmelsbrausen zeigte.

Danach begannen die Apostel zu predigen und Menschen «im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes» zu taufen. Heute erinnert das Fest unter anderem daran, dass die Trennung der verschiedenen Konfessionen nicht gewollt war.

Pfingsten ist zwar ein heiliges Fest, doch die Bräuche dazu werden kaum noch gelebt. Früher einmal wurde eine Holztaube in der Kirche kreisen gelassen, als die Heilige Messe stattfand. Auch echte Tauben flogen umher. Heute wird meist nur noch die Holztaube, die das Symbol für den Heiligen Geist darstellen soll, an einer Schnur herabgelassen.

Teilweise werden Pfingstfeuer entzündet, die allerdings eher dem heidnischen Brauchtum entstammen und lediglich von den Christen übernommen wurden. Auch die Pfingstritte als festliche Umzüge finden immer weniger statt. Der Pfingstmontag ist nur in den Kantonen Zürich, Bern, Basel (Stadt und Land), Waadt, Genf, Jura sowie in den Ostschweizer Kantonen ein Feiertag. In anderen Kantonen sind regional Unterschiede vorhanden, der Pfingstmontag ist vielerorts kein Feiertag.

Pfingsten: Hintergrund und Bedeutung
Pfingsten: Gott ist da

© Schweiz-Kantone.ch – 20.5.2020 (at)


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