Landwirtschaft gestern: Buchhaltung in der Gemüsekiste

Die Schweiz zählte im Jahr 2017 insgesamt 51 620 Landwirtschaftsbetriebe, die totale landwirtschaftliche Nutzfläche 1,05 Mio. Hektaren. Die Zahl der Beschäftigten in der Landwirtschaft betrug 153 864 (Quelle BfS).

Manchmal vergessen wir Aussenstehenden, dass unsere Landwirtschaft genau so professionell betrieben werden muss, wie Firmen. Dazu gehört auch eine professionelle Buchhaltung. Doch wie war es früher? Von der Nostalgie zur Pflicht. Ein Blog von Jasmin Taher.

Buchhaltung - auch für Kräuter? Ja!

Buchhaltung in der Gemüsekiste

Mein Onkel hatte eine Gärtnerei, in der er Kräuter angebaut hat. Ich erinnere mich, wie in meiner Kindheit unzählige Quittungsblöcke und handgeschriebene Lieferscheine im Wohnzimmer lagen. Geordnet wurden die Buchhaltungsunterlagen in stapelbaren Gemüsekisten. Wahrscheinlich wurden diese Kisten dann zu einem Buchhalter oder Steuerberater transportiert, der das ganze in eine – für das Finanzamt – akzeptable Form brachte. Der Geldfluss lief überwiegend bar ab. Die Kunden auf dem Grossmarkt kauften Schnittlauch, Petersilie, Dill und Suppengrün und bezahlten die erhaltene Ware direkt. Dafür stellte mein Onkel vor Ort eine handgeschriebene Quittung oder Rechnung aus. Manchmal riefen Grosskunden abends an, um Kräuter zu bestellen. Dann schrieb mein Onkel einen Lieferschein. Am nächsten Morgen bzw. eigentlich noch in der Nacht lieferte er die bestellte Ware ab und fuhr mit seinem Transporter an seinen Stellplatz auf dem Grossmarkt, von dem aus er die «Laufkundschaft», Gärtner oder Lebensmittelhändler, bediente. Sein «Büro» lag dann auf der Ladefläche: eine Kiste mit einem Quittungsblock, Lieferscheinen, Kugelschreibern und kleinen, grünen Gummiringen. Und sein «Konto» war ein riesengrosser, schwarzer Geldbeutel, den er bei sich trug.

Arbeit in Gärtnerei oder der Landwirtschaft geht nie aus

Nach dem Grossmarkt fuhr mein Onkel noch einige Kunden an, bevor er sich auf den Heimweg in den eigenen Betrieb machte. Dort wartete ein Haufen Arbeit auf ihn. Je nach Jahreszeit war er mit Acker vorbereiten, pflügen, eggen, säen, Kräuter schneiden, Heizung vom Gewächshaus oder Kühlung vom Kühlhaus reparieren, Kräuter büscheln, Rasen mähen, Unkraut bekämpfen, Bäume schneiden beschäftigt. Nach dem Mittagessen legte er sich zu einem kurzen Mittagsschlaf hin. Danach arbeitete er bis abends weiter. Langeweile kam in der Gärtnerei meines Onkels nie auf. Auch mir war dort als Kind und Jugendliche, wenn ich meine Ferien dort verbringen durfte, niemals langweilig. Es gab immer etwas zu tun.

Bei der Herstellung pflanzlicher oder tierischer Erzeugnisse – im Haupt- oder Nebenerwerb – ist man stets gefordert. Pflanzen und Tiere brauchen ständige Pflege und geben den Rhythmus der Arbeit vor. Für andere Aufgaben darüber hinaus bleibt nur wenig Zeit.

Buchhaltungsprogramm für landwirtschaftliche Betriebe

Heutzutage sind die gesetzlichen Vorgaben gestiegen. Abrechnungen, Inventuren, Jahresabschlüsse müssen durchgeführt und ordnungsgemäss erfasst und archiviert werden. Der Zahlungsverkehr läuft inzwischen überwiegend bargeldlos. So brauchen Gärtner oder Landwirte einen Computer mit einem Buchhaltungsprogramm. In verschiedenen Branchen werden unterschiedliche Anforderungen an eine solche Buchhaltungssoftware gestellt. Es empfiehlt sich deshalb, eine spezielle Software einzusetzen, die nicht nur hilft, die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten, sondern auch die Erfordernisse des entsprechenden Wirtschaftszweigs zu erfüllen. Ausserdem sollte das Programm – im Fall von landwirtschaftlichen Betrieben – einfach und schnell zu bedienen sein, denn die Zeit, die neben der täglichen Arbeit auf dem Bauernhof oder in der Gärtnerei, übrig bleibt, ist knapp bemessen.

Würde mein Onkel noch leben, dann würde er wahrscheinlich auch heute noch seine Buchhaltung in einer moderneren Form – mit Laptop, Drucker und zahllosen Rechnungen und Lieferscheinen – in Gemüsekisten im Wohnzimmer stapeln.

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