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News Von der Verantwortung beim Umgang mit Daten – nicht nur im Gesundheitswesen

Von der Verantwortung beim Umgang mit Daten – nicht nur im Gesundheitswesen

Patient:innen verdienen professionellen Schutz ihrer Daten - ohne Kompromisse

Es ist längstens bekannt, dass, wer mit amerikanischer Software arbeitet, keine Garantie für einen sicheren – nach der EU und der Schweiz vorgegebenen – Datenschutz hat. Warum? Autokratische Regierungen greifen «im Notfall» immer öfter auf solche persönlichen Daten zu und übergehen dadurch die geltenden Datenschutzbestimmungen. Wenn zum Beispiel der Verdacht auf Kriminalität besteht. Das leuchtet ein. Doch trotzdem bleiben viele Fragen offen. Besonders, wenn aufgrund von Software auf Daten von Patient:innen zugegriffen werden kann. Eine Übersicht.

Die Themen im Überblick:

Der Datenschutz im Gesundheitswesen muss gewährleistet sein!
Der Datenschutz im Gesundheitswesen muss gewährleistet sein!

Wir werden immer mehr überwacht

Was wie ein Krimi anmutet, wird immer mehr zur Realität. Wir werden überwacht – auch in der Schweiz. Eigentlich wollen wir das ja gar nicht und trotzdem – so scheint es – wird Schritt für Schritt mehr Überwachung aufgebaut. Auch im Gesundheitswesen, wie die NZZ im Artikel «Techniker in den USA haben Zugriff auf Patientendaten – bald auch am Unispital?» schreibt.

Zeit für ein paar Denkansätze.

Ein Klinik-Informationssystem macht Sinn, spart Zeit und Kosten

Am 28. August dieses Jahres gab das Unispital USZ bekannt, dass es das Klinikinformationssystem der Firma Epic Systems einführen will. Epic ist Weltmarktführer in diesem Geschäft (Quelle: NZZ.ch).

Es ist schon richtig, die modernen Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen.

Damit kann das Gesundheitswesen viel administrativen Zeitaufwand sparen. Zu viel administrativer Aufwand ist nämlich einer der Gründe, warum Pflegefachpersonal kündet und sich beruflich umschulen lässt. Zu sehr hat sich deren Berufsbild in Richtung Administration verändert.

Mit einem Klinikinformationssystem können sämtliche Patientendaten erfasst werden. Dazu gehören

  • Terminbuchung,
  • Behandlung,
  • Entlassung

und betriebsinterne Dinge wie

  • das Menü,
  • die Bestellung frischer Wäsche
  • etc.

Diese Daten sind auch wichtig für die Abrechnung mit den Krankenversicherer. Einfach. Schnell. Übersichtlich.

All-in-one macht grundsätzlich Sinn – allerdings entsteht so auch diese Abhängigkeit, dass das System immer (!) laufen muss. Es gibt nichts anderes.

Und es wird auch lukrativ, um mehr über Menschen zu erfahren.

Sinn und Wahnsinn sind sich näher als wir denken …

Ein KlS Klinikinformationssystem erfasst sehr viele persönliche Daten über Patient:innen
Ein KlS Klinikinformationssystem erfasst sehr viele persönliche Daten über Patient:innen

Die Wahl: Möglichkeiten, Support & Erfahrungen

Wer sich für ein Klinik-Informationssystem entscheidet, muss im Vorfeld einen umfangreichen Evaluationsprozess durchlaufen.

Oft bekommt man einfach die guten Erfahrungen mit. Bei grösseren und heiklen Beschaffungen lohnt sich investigativer Journalismus.

Genau dies war in Dänemark der Fall. Laut NZZ-Artikel hatte die dänische Presse damals publik gemacht,

«dass Daten von Spitalpatient:innen aus der Region um Kopenhagen ohne deren Wissen in die USA gelangt waren. Die regionale Verwaltung sah sich daraufhin – neben allerlei Beschwichtigungen – zu einem bemerkenswerten Eingeständnis genötigt: Ja, es treffe zu, dass Mitarbeiter eines amerikanischen Softwareunternehmens Zugriff auf dänische Gesundheitsdaten hätten.»

Bei den Zugriffen auf heikle Daten darf es keine Kompromisse geben
Bei den Zugriffen auf heikle Daten darf es keine Kompromisse geben

Daten und andere Denkweisen

Persönliche Daten gehören immer geschützt. Gerade in der momentan heiklen geopolitischen Lage müssen diese Fragen gestellt und hieb- und stichfest beantwortet werden. Besonders, weil andere Länder den hiesigen Datenschutz skrupellos missachten.

Zudem können andere Länder mit ihren anderen Sitten und Denkweisen sich auch erschwerend auf den Praxisablauf auswirken. Statt weniger Aufwand, braucht das Pflegepersonal dann mehr wertvolle Arbeitszeit.

In unserem Beispiel des EPIC-Systems ist dies laut NZZ der Fall.

Hier verlassen wir den geschilderten Fall.

Verantwortung: In allen Fällen muss die Sicherheit der Patientendaten Vorrang haben

Wann wir das Gesundheitswesen beansprucht? Bei Krankheit oder Unfall. In Situationen also, wo vulnerable Menschen auf Spital- oder andere medizinischen Leistungen angewiesen sind. Sie möchten einfach wieder gesund werden. Sie haben anderes im Kopf, als sich gross Gedanken um den Datenschutz zu machen. Dafür ist doch gesorgt – dürfte man meinen. 

Aufgrund der enormen Möglichkeiten der Digitalität können umfangreiche, auch höchst heikle Daten gesammelt werden. Ein kritisches Denken bei der Anschaffung jeglicher Software – wie auch der Verwendung allfälliger Clouddienstleistungen – durch die Verantwortlichen in den Gesundheitsbetrieben ist zwingend notwendig!

Wendet man den gesunden Menschenverstand an, muss die Sicherheit der Patient:innen in allen Bereichen an erster Stelle stehen.

Vertrauen ist ein wichtiger, nicht zu unterschätzender Faktor in jedem Genesungsprozess.

Der Fokus muss darum auf Sicherheit und regionalen Lösungen liegen.

Patientendaten sind sehr heikel und brauchen einen besonderen Schutz
Patientendaten sind sehr heikel und brauchen einen besonderen Schutz

Verantwortung darf nicht delegiert an unbekannte Menschen werden – gerade in Gesundheitsbetrieben

Manchmal sichern Betreiber von Programmen zu, auf einen sorgfältigen Umgang mit Daten zu achten. Doch dann werden Fälle bekannt, dass autokratische Regierungen trotzdem Infos einforderten. Jede Firma, und verspricht sie auch das Blaue vom Himmel, ist von der eigenen Regierung abhängig.

Warum nicht regional denken? Das Gute liegt oft näher als wir vermuten. Zum Beispiel in der Schweiz.

Diese Softwares bieten weniger? Die Firmen haben zu wenig Erfahrung? Klar. Das wird auch weiter so bleiben, wenn heimische Firmen nicht die Chance erhalten, ein entsprechendes Angebot zu betreiben.

Sehr gute Beispiele für Schweizer Firmen sind zum Beispiel hospital-pool.ch. Ihre individuell anpassbare Personaleinsatzplanung-Webapplikation wurde in enger Zusammenarbeit mit der Hirslanden-Klinik Aarau und dem Luzerner Kantonsspital Luks agil entwickelt. Oder Cistec, die beim USZ eine eigene, wesentlich günstigere Lösung offeriert hat.

hospital-pool.ch ist das gelebte Beispiel, das beweist: Hilfreiche wie erfolgreiche Systeme beginnen mit einer Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbetrieben, bei der die individuelle Praxis laufend berücksichtigt und mit einbezogen wird.

Diese Lösungen brauchen vielleicht etwas mehr Zeit. Zumindest am Anfang. Doch diesen Weg lohnt es sich, zu gehen. Um unser aller Sicherheit willen.

© schweiz-kantone.ch, 22.9.2025

Autor

Andreas Räber ist Enneagramm-Coach/Trainer, GPI®-Coach, sowie Autor von zahlreichen Blogs, Fachartikeln und Kurzgeschichten aus den Bereichen Gesundheit, Industrie, Beruf, Natur und Leben. 

Andreas Räber, Enneagramm-Coach/Trainer, GPI-Coach, Wetzikon
Andreas Räber, Enneagramm-Coach/Trainer, GPI-Coach, Wetzikon
Von der Verantwortung beim Umgang mit Daten – nicht nur im Gesundheitswesen

Das Schweizer Gesundheitswesen im Web

... und auf Schweiz-Kantone.ch

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