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News PFAS — Ewigkeitschemikalien, was geht uns das an?

PFAS — Ewigkeitschemikalien, was geht uns das an?

Unser Lebensraum muss schützenswert bleiben

PFAS, auch Ewigkeitschemikalien genannt, sind Stoffe mit vorzüglichen Eigenschaften und einem einzigen Nachteil: Für Mensch und Tier sind sie ausgesprochen schädlich — und das bis fast in alle Ewigkeit! Lesen Sie hier wertvolle Infos und Tipps.

Die Themen im Überblick:

PFAS sind fast überall in der Umwelt zu finden.
PFAS sind fast überall in der Umwelt zu finden.

PFAS – Was ist das genau?

Sehr wahrscheinlich sind wir diesem Begriff bereits öfters begegnet. Und konnten uns nichts darunter vorstellen. Was sind PFAS eigentlich genau? Das Bundesamt für Umwelt BAFU beantwortet diese Frage kurz und knackig:

Bei per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) handelt es sich um eine Gruppe von mehreren tausend synthetischen Industriechemikalien. Seit den 1970er-Jahren werden sie in grossem Umfang eingesetzt. Viele PFAS sind und thermisch und chemisch äusserst stabil.

Diese Stoffeigenschaften sind vorteilhaft und nützlich in einer Vielzahl an Produkten und Prozessen, aber PFAS sind leider sehr problematisch in der Umwelt und für die Gesundheit.

(Quelle: bafu.admin.ch)

Was ist das Problem bei PFAS?

So vieles ist problematisch für die Umwelt, dass wir es vielleicht kaum noch hören können. Und was kann der Einzelne schon machen, sind wir versucht zu denken. Wobei jeder Einzelne immer etwas machen kann und das gibt in der Summe eine ganze Menge! Was genau ist das Problem mit diesen Chemikalien? Diese Frage geht uns alle an.

Viele dieser Stoffe werden leicht von Organismen aufgenommen und befinden sich nahezu überall in der Umwelt.

Freisetzung bei Gebrauch oder Entsorgung

Per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen können schon bei ihrer Herstellung in die Umwelt gelangen oder bei der Produktion von PFAS-haltigen Produkten. Zudem können sie beim Gebrauch oder bei der Entsorgung der jeweiligen Produkte freigesetzt werden.

Eine grosse Problemquelle ist der Gebrauch von Feuerlöschschaum.
Eine grosse Problemquelle ist der Gebrauch von Feuerlöschschaum.

Wie wirken sich PFAS auf unsere Gesundheit aus?

Die konkreten Folgen für die menschliche Gesundheit sind allerdings nicht vollumfänglich bekannt.

Nach bisherigem Forschungsstand können PFAS eine Reihe von Krankheiten auslösen oder verstärken.

Sie können etwa die Fruchtbarkeit von Menschen vermindern, die Wirkung von Impfungen verringern, das Hormon- und Immunsystem schädigen. Sie können für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich sein und stehen im Verdacht, Krebs zu erzeugen. «Sie wurden auch schon in den Polarregionen entdeckt», erzählt Manuel Fernandez, Referent für Chemikalienpolitik beim Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). (Quelle: schrotundkorn.de)

Problematik Nachweis

Der Nachweis, dass eine Erkrankung direkt auf PFAS zurückzuführen ist, fällt jedoch schwer. Denn weitere Faktoren wie eine ungesunde Lebensweise und andere Umweltgifte spielen ebenfalls eine Rolle.

Wo kommen PFAS überall vor?

PFAS sind wahre Material-Künstler, daher werden sie rege genützt. Aufgrund ihrer vorzüglichen fett-, schmutz- und wasserabweisenden Eigenschaften findet man sie in zahlreichen Produkten, die in jedem Haushalt verwendet werden:

Outdoorbekleidung, Imprägnierspray, Fastfood-Verpackungen, Backpapier, beschichtete Pfannen, Pestizide, Farbe, Skiwachs, Elektronische Geräte, Kosmetika, Zahnseide, Feuerlöscher.

Böden

• Ausbringung von Klärschlamm in der Vergangenheit
• Kompost, Gülle…
• Rückstände von PFAS-Pflanzenschutzmitteln aus früherer konventioneller Bewirtschaftung oder aus Abdrift
• Feuer/ Brände: Ausbringung von Löschschaum oder Verbrennung von Abfall
• Übungen von Militär, sportliche Veranstaltungen oder sonstige grössere Anlässe
• Skisport
• Abfalldeponie in der Vergangenheit
• Kontamination durch Industrie (per Luft oder Wasser): Metallverarbeitung, Textilindustrie, Chemische Reinigung, Halbleiterindustrie, Papier- und Kartongewerbe, chemische Industrie

Wasser

Ausbringung von Klärschlamm in der Vergangenheit Die Ursachen bei den Böden gelten in ähnlicher Weise auch für eine Kontamination des Wassers Wasserleitungen mit ungewöhnlichen Materialien

Gebäude

• Feuer/ Brände: Ausbringung von Löschschaum oder • Verbrennung kritischer Materialien
• Materialien, die mit Flammenschutzmittel behandelt wurden
• Lagerung von Futter Verbrauchsmaterialien

Sonstiges

• Tierfutter
• Arbeitsschuhe, Handschuhe
• Abnutzung von Reifen
• Eingesetzte Schmier- und Imprägniermittel

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird durch die laufenden Untersuchungen und Erkenntnisse laufend ergänzt werden. Sie kann einen ersten Hinweis geben, ob es auf dem Betrieb kritische Kontaminationsquellen geben könnte.

Wie ist die Umweltpolitik in der Schweiz?

Aufgrund der massiven Umweltfolgen sind Forschung, Politik und Verwaltung der Schweiz aktiv geworden. Und auch die Bevölkerung ist zunehmend sensibilisiert.

Verschiedene PFAS sind in der Schweiz und international mittlerweile verboten oder als besonders besorgniserregend eingestuft, bei anderen sind die Auswirkungen weniger gut bekannt. Der allgemeine Absicht lautet jedoch, dass sich der Einsatz von PFAS auf ein Minimum beschränken, d. h. auf die Gebiete, die für uns unverzichtbar sind.

Was können wir selbst tun?

Wir können uns mit dem Thema auseinandersetzen, unsere Verantwortung dafür übernehmen und entsprechende Gegenmassnahmen treffen, jede Person in ihrem Verantwortungsbereich. Und wenn es nur ein Privathaushalt ist.

Outdoorbekleidung

Regen- und andere Outdoorbekleidung so lange wie möglich austragen, damit möglichst wenig Material verwendet und entsorgt werden muss. Ich wasche unsere Outdoorbekleidung eher sparsam, damit sie hoffentlich etwas länger hält. Mit Schuhen aus Leder statt wasserdichten Kunstmaterialien habe ich bereits gute Erfahrungen gemacht. Sorgfältig gepflegt, halten sie Regen und Schneematsch auch ganz gut fern.

Eine schadstofffreie Alternative können Jacken aus Bio-Baumwolle darstellen. Wenn sie eng gewoben sind, halten sie zumindest leichtem Regen stand.

Imprägniermittel, Kosmetika, Zahnseide -- und Material überhaupt -- sparsam verwenden. Es gibt auch Wachse auf pflanzlicher Basis als PFAS-Ersatz. 

Küche

Anstatt der superpraktischen Teflonpfannen können wir andere Pfannen verwenden, z. B. aus Gusseisen, Chromstahl oder Pfannen mit Keramikbeschichtung. Es werden auch solche aus Titan angepriesen.

Es ist bekannt, dass Säure und Fett können zusammen mit der Hitze gewisse Stoffe aus dem Kochgeschirr herauslösen.

Gusseisenpfannen können z. B. Eisen ins Kochgut abgeben und dadurch einen metallischen Geschmack verursachen,
Aluminium steht seit Längerem im Verdacht in Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen
Titan gilt als in hohem Mass sicher für den kulinarischen Gebrauch. Dieses Metall wird auch als Stoff für medizinische Implantate verwendet, was unser Körper im Allgemeinen gut und ohne Immunabwehrreaktion verträgt. Das Auslaugen unter normalen Kochbedingungen wird daher als vernachlässigbar eingestuft. Allerdings ist darauf zu achten, ob eine Pfanne aus reinem Titan besteht oder lediglich titanbeschichtet ist. Es kann sein, dass ein Aluminiumkern besteht, da Titan schlechte Wärmeleitungs-Eigenschaften aufweist. Und: Titan ist keine Antihaft-Oberfläche. Es braucht also eine gute Menge Öl, damit Spiegelei und Omelette nicht kleben bleiben.

Mit meinen neuen keramikbeschichteten Pfannen -- einer grösseren und einer kleineren -- die übrigens eine gute Säurebeständigkeit aufweisen, bin ich sehr gut zufrieden. Da die Beschichtung ziemlich «zerbrechlich» ist, behandle ich sie äusserst vorsichtig und passe auf «wie ein Häftlimacher», dass sie nicht überhitzt (damit die Keramik keine Mikrorisse bekommt). Auch setze ich sie keinen grossen Temperaturschwankungen aus (nach dem Braten nicht auf kalte Oberfläche stellen oder mit kaltem Wasser ausspülen).

Keramikbeschichtete Pfannen sind PFAS-frei.
Keramikbeschichtete Pfannen sind PFAS-frei.

Verpackungen

So gut wie möglich einsparen. Essen von zuhause mitnehmen, normales statt Wegwerfgeschirr verwenden.

Backpapier

Ich habe begonnen, mein Backpapier mehrmals zu verwenden, damit ich die Schadstoff-Belastung möglichst gering halten kann. In Reformhäusern gibt es auch Backpapier ohne PFAS, da benötigt es allerdings trotzdem etwas Fett oder Öl, damit es nicht klebt. Oder wir nehmen wieder altherkömmliche Bleche und fetten und mehlen sie nach Grossmutters bewährter Art und Weise.

Lebensmittel

Wenn wir es uns leisten können, können wir die biologische Landwirtschaft unterstützen, indem wir Bio-Produkte kaufen, die weniger pestizidbelastet sind.

Politik

Wählen wir die Politiker, die uns in Sachen soziale und globale Verantwortung und Umweltschutz am meisten überzeugen!

Wie erkennt man PFAS-freie Produkte?

Verlässlich sind Angaben auf Etiketten von Kleidungsstücken mit Begriffen wie «PFAS-frei», «frei von PFC» oder «fluorfrei».

PFAS enthalten:

Begriffe wie

  • «fleckengeschützt»,
  • «wasserabweisend»,
  • «ölabweisend»

können Hinweise darauf sein, dass PFAS verwendet wurden. 

Achtung Werbetricks

Begriffe wie «PFOS-frei», «PFOA-frei» und «GenX-frei» bedeuten nur, dass die Kleidung frei von bestimmten Einzelsubstanzen ist. Laut der Verbraucherzentrale NRW sind sie vielmehr ein Hinweis darauf, dass andere PFAS-Varianten enthalten sein können. (Quelle: schrotundkorn.de)

Mit einem geschärften Bewusstsein und einem offenen Blick können wir also eine Menge tun, um unsere Umwelt und damit auch uns selbst möglichst gesund zu erhalten.

© schweiz-kantone.ch, 28.4.2026/Tabea Räber

PFAS -- Ewigkeitschemikalien, was geht uns das an?

Autorin

Tabea Räber ist Mitglied des Autorenteams auf schweiz-kantone.ch und anderen Online-Plattformen. 

Tabea Räber, Autorin und Lektorat, räber marketing & Coaching

Radiobeiträge über PFAS in Schweizer Medien

«Chemikalien in unserem Trinkwasser» - Radiobeitrag auf ERF-Medien.ch

PFAS in Fleisch und Eiern - Bund will gegen PFAS durchgreifen und stösst auf Widerstand - Radiobeitrag SRF.ch

Mehr zum Thema Umwelt und Klima auf Schweiz-Kantone.ch

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