
Stromversorgung Schweiz: Das können Hausbesitzer:innen tun
Stromversorgung: es gibt Möglichkeiten! Der Hitzesommer 2026 stellt so viel als sicher Geglaubtes auf den Kopf. Plötzlich werden wir mit einer Wasserknappheit konfrontiert, die wir
Der Hitzesommer 2026 stellt so viel als sicher Geglaubtes auf den Kopf. Plötzlich werden wir mit einer Wasserknappheit konfrontiert, die wir in unserem Wasserland nicht für möglich gehalten haben. Unerwartet lange Hitzewellen fordern unser Sicherheitsdenken heraus. Mittendrin die Diskussion um die Stromversorgung. Auch darum, weil der Bundesrat auf neue AKW setzen möchte. Was können Hausbesitzer:innen in dieser Situation tun? In diesem Artikel zeigen wir Möglichkeiten auf. Zum Beispiel, wie Hausbesitzer mit einer Wärmepumpe viel Strom sparen – und damit einen wichtigen Beitrag zur Senkung von CO₂-Emissionen leisten können. Die gute Nachricht: Es ist nicht nur vieles möglich, es ist auch sehr wirksam!
Die Themen im Überblick:
Der menschliche Geist ist sehr erfinderisch. Das zeigt uns die Geschichte. Viele neue Ideen entstanden im erfinderischen Denken von klugen Köpfen. Man kann nur staunen ob dieser Vielfalt an Erfindungen! Doch meistens braucht es dazu eine Menge Energie. Ohne Strom können wir praktisch keine Grossmengen produzieren – und in der Menge lockt oft ein grosser Gewinn.
Ohne Strom geht nichts. Das hindert uns nicht daran, immer neue Produktideen zu entwickeln und alles zu automatisieren. Ohne eigentlich genau zu wissen, ob genug Strom oder Ressourcen vorhanden sind. Dass dies irgendwie nicht aufgehen kann, wird beiseite geschoben ... Wo also können wir ansetzen?
Mehr AKW, mehr Solarstrom, mehr Wasserkraftwerke, mehr … Dass wir Strom haben, ist wichtig und richtig. Und es muss diskutiert werden. Doch nicht nur! In all diesen Diskussionen und leider auch einer politisch fragwürdigen Debatte verschwindet die Frage, wie wir unseren Strombedarf so anpassen können, dass wir wieder genügend zum Leben und Arbeiten haben – und zwar ohne Mehrverbrauch.
Heisst unweigerlich, dass wir auch unseren eigenen Strombedarf hinterfragen müssen.Schweizer Hausbesitzer:innen, Bauherren und Energieberater stehen besonders in der Verantwortung, weil sie schnell reagieren und wirksame Beiträge leisten können. Ein Paradebeispiel dafür sind Heizungen.
Rund 230 Terawattstunden (TWh) Strom verbraucht die Schweiz pro Jahr. Rund 100 TWh entfallen auf Gebäude, dessen grösster Stromverbraucher die Raumheizung ist. Heizungen gehören zu den Geräten, die wir am meisten beanspruchen. Je nach Wetterverhältnissen, Qualität der Gebäudeisolation und Wärmebedürfnis der Bewohner:innen sind diese von Ende September bis Ende Mai im Dauerbetrieb.
Viele ältere und alte Heizsysteme wurden modernisiert. Sie leisten viel mehr als früher und brauchen deutlich weniger Strom. Beispiel:
Beim Ersatz einer Öl- oder Gasheizung durch eine Wärmepumpe lassen sich bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus (mit einem Jahresverbrauch von rund 2'000 Litern Heizöl oder 2'000 m³ Erdgas) die CO₂-Emissionen – je nach Energieträger und Strommix – um ca. 5 bis 6.5 Tonnen CO₂ pro Jahr reduzieren.Doch nicht nur.
Nachfolgend einige Gründe, warum besonders moderne Wärmepumpen einen enormen Beitrag zum Stromsparen und zur Reduktion von CO₂-Emissionen beitragen.
Was fast zu schön klingt, um wahr zu sein: Eine Wärmepumpe nutzt kostenlose Umweltenergie aus der Luft oder dem Erdreich. Mithilfe von Strom wird das benötigte Temperaturniveau zum Heizen erreicht. Auf diese Weise wird aus einer Kilowattstunde Strom ein Mehrfaches an nutzbarer Heizenergie erzeugt.
Dem berühmten Erfinder Thomas Alva Edison schreibt man nicht nur die Erfindung der Glühbirne zu, auch soll er eine frühe Form einer elektrischen Heizung ausgetüftelt haben. Beide Erfindungen haben sich weltweit durchgesetzt.
Heute verbrauchen Elektroheizungen in der Schweiz mehr als 5 TWh Strom im Jahr. Das sind über 5 Prozent des gesamten Energieverbrauchs der Schweiz … (Quelle: energieschweiz.ch).
Das können wir besser!
Beim Ersatz einer Elektroheizung kann der Energieverbrauch für das Heizen um rund 75 Prozent (!) reduziert werden. Entsprechend sinken auch die Heizkosten.
Auch beim Ersatz einer Öl- oder Gasheizung lässt sich der Energiebedarf deutlich senken. Je nach Gebäude, Heizsystem und Sanierungsumfang sind Heizkosteneinsparungen von bis zu 50 Prozent realistisch.
Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus lassen sich beim Ersatz einer Öl- oder Gasheizung häufig rund CHF 1'800.– pro Jahr an Heizkosten einsparen – je nach Energiepreisen, Gebäudezustand und individuellem Verbrauch etwas mehr oder weniger.
Diese Zahlen zeigen, wie viel Schweizer Hauseigentümer:innen zu einem reduzierten Stromverbrauch beitragen können.
Bleiben wir bei unserem Beispiel der Wärmepumpe.
Wer die öffentliche Diskussion zum Stromverbrauch in der Schweiz verfolgt, wird des öfteren das Argument lesen, der Strom reiche nicht aus, um alle fossilen Heizungen flächendeckend durch Wärmepumpen zu ersetzen. In der Schweiz werden noch rund 143’000 Gebäude mit elektrischen Widerstandsheizungen beheizt. Würden diese durch Wärmepumpen mit einer durchschnittlichen Jahresarbeitszahl von 4 ersetzt, liesse sich rechnerisch so viel Strom einsparen, wie für etwa 430’000 zusätzliche Wärmepumpen benötigt würde.
Bezogen auf den Jahresstromverbrauch wäre dies annähernd ein Nullsummenspiel – gleichzeitig wären 430’000 weitere Gebäude nicht mehr von Öl oder Gas abhängig.Bei einem Gesamtbestand von knapp 1,8 Millionen Wohngebäuden könnte somit fast ein Drittel der Gebäude erneuerbar beheizt werden, ohne dass der jährliche Stromverbrauch rechnerisch steigen würde.. Es sind nicht nur Ideen da, sondern auch Lösungen. Im Radiobeitrag von SRF «Technologien gegen den Klimawandel – Wunschdenken zum Ablenken?» erklärt Christian Schreiber, Direktor des Energy Science Center (ESC) der ETH Zürich, «Wir haben bereits Lösungen wie Elektromobilität und Wärmepumpen, die uns ermöglichen, ohne CO₂-Emissionen zu heizen und zu fahren. Diese grossen Treiber müssten flächendeckend umgesetzt werden.»
Die Wärmepumpe arbeitet mit einem speziellen Kältemittel in einem geschlossenen Kreislauf. Dadurch, dass Umweltwärme aufgenommen wird, verdampft das Kältemittel. Ein Kompressor verdichtet das Gas, was die Temperatur ansteigen lässt. Diese Wärme wird an das Heizsystem des Gebäudes weitergegeben. Dann beginnt der Kreislauf von vorne. Im Grunde genommen ganz einfach.
Wir nennen hier die zwei wichtigsten Systeme.
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzt die Aussenluft als Energiequelle und ist flexibel einsetzbar. Die Installation ist vergleichsweise einfach.
Die Erdsonden-Wärmepumpe auch Sole-Wasser-Wärmepumpe genannt, nutzt über Bohrungen die im Erdreich gespeicherte Wärme. Sie arbeitet sehr effizient und stabil über das ganze Jahr hinweg und gilt technisch als besonders hochwertige Lösung. Im Vorfeld muss geklärt werden, wo die Bohrungen beim Gebäude gemacht werden können. Ob eine Bohrung erlaubt ist, hängt unter anderem vom Grundwasserschutz ab.
Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe hängt von verschiedenen Faktoren ab: - vom Wärmebedarf des Gebäudes - der Dämmung und dem - Heizsystem. Ein typisches Einfamilienhaus in der Schweiz benötigt jährlich rund 20'000 bis 25'000 kWh Wärmeenergie.
Der tatsächliche Stromverbrauch variiert je nach Gebäude, Heizsystem, Nutzerverhalten und Stromtarif. Eine fachgerechte Planung und möglichst tiefe Vorlauftemperaturen verbessern die Effizienz und senken die Betriebskosten dauerhaft. Moderne Wärmepumpen erreichen in der Regel eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 4 oder mehr. Aus 1 kWh Strom werden somit 4 kWh Wärme erzeugt. Bei einem Wärmebedarf von 20'000 kWh ergibt sich ein Stromverbrauch von rund 5'000 kWh. In gut gedämmten Gebäuden mit Fussbodenheizung sind oft sogar nur 3'500 bis 4'000 kWh pro Jahr erforderlich, was – je nach Stromtarif – jährlichen Stromkosten von rund CHF 800 bis CHF 1'200 entspricht. (Quelle: Homey-Haustechnik.ch)
Alle Vorteile sprechen für sich. Wärmepumpen sind nicht nur für Hausbesitzer:innen Gold wert, sie unterstützen auch unsere Klimaziele! Wärmepumpen sind ein klares Bekenntnis, die eigene Verantwortung zu übernehmen.
Schweiz-Kantone.ch, 17.8.2026/Andreas Räber
Andreas Räber ist Enneagramm-Coach/Trainer, GPI®-Coach, sowie Autor von zahlreichen Blogs, Fachartikeln und Kurzgeschichten aus den Bereichen Industrie, erneuerbare Energien, Beruf, Gesundheit, Natur und Leben.

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